LE NOVITÁ DA FENIGLI

Nº 8 | November 2013 

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Liebe Fenigli-Freunde,

wie im gerade erst erschienenen Newsletter Nummer 7 bereits angekündigt, kommt in rascher Folge bereits Ausgabe Nummer 8!

Ein ganz besonderer (Rund-)Brief! Denn er stammt aus der Feder eines Besuchers! Michael Holz hat sich an sein Schreibgerät gemacht und Erinnerungen aufgeschrieben, an die Eindrücke, die er gemeinsam mit seinen Kommilitoninnen und Kommilitonen aus Münster und Stuttgart gesammelt hat.
Aus Fenigli-Sicht war zunächst die Anspannung durchaus vorhanden: Wie wird das wohl mit einer Horde von zwanzig ausgeschlafenen (oder vielleicht meist unausgeschlafenen?) Studentinnen und Studenten: Wackelt da der Kirchturm? Oder gar das ganze Haus …?

Ergebnis: Es war eine aus unserer Sicht höchst angenehme Woche. Interessant, abwechslungsreich, gute Stimmung, nette Menschen (Professoren, Studenten und ein wackerer Chef-Koch) — ein voller Erfolg.

So wie 2013 ist Fenigli eigentlich auch gedacht: Für Seminare, Chorprojekte und ungezwungene Ferien von Menschen, allein, in Gruppen oder mit ihren Familien. Ein durchgehend schöner Fenigli-Sommer. Wer nicht dabei war, hat viel versäumt!

Aber jetzt die Studis und ihre Bilder.
Viel Spaß beim Nachempfinden und


Sprecherzieher erklimmen den "Rhetorikgipfel" in Fenigli

Klick' aufs Bild, um es groß zu sehen. Das geht bei allen Bildern.

Schwingen, reden, kommunizieren, artikulieren, fragen, argumentieren, überzeugen und nicht zuletzt Wein trinken — für eine Woche im Sommer 2013 (29.07.-04.08.) durften wir, die Studierenden der Sprecherziehung aus Münster und Stuttgart unter der Leitung von Dr. Annette Lepschy und Prof. Dr. Thomas Griesbach in Fenigli ein Seminar der besonderen Weise erleben: Rederhetorik vor dem Hintergrund bester Verköstigung, beeindruckender Sprechkunst, wunderbaren Wetters und erfrischender Atem-, Stimm-, und Artikulationseinheiten.
Das alles auf dem Berg in Fenigli, Pergola, Italien, Region Marken.
Die Einrichtungen, die ehemals als Schule, Pfarrhaus, Sakristei sowie als Kirche dienten, boten uns eine gemütliche und idyllische Unterkunft. Der alte Kirchturm beispielsweise war umfunktioniert worden in ein Badezimmer. So etwas erlebt man auch nicht alle Tage: In einem Kirchturm zu duschen.

Sonntagabend waren endlich alle Beteiligten angekommen und wir wurden fantastisch von unserem Gastgeber empfangen. Der Be­grüß­ungs­wein sollte nicht das einzige Glas bleiben, das wir in der folgenden Woche zu uns nahmen. Nach überaus leckeren Salbeibutter-, sowie Aiolinudeln ließen wir den ersten Abend gemütlich ausklingen. Montagmorgen wurden wir schließlich direkt um 9 Uhr morgens mit "Hud­del­di­hud­del­di­hud­del­di" wach gerüttelt. Mar­gret Wüb­bolt, Dozentin an der Ernst-Busch-Schauspielschule in Berlin, wärmte, ölte und aktivierte unsere vielleicht noch etwas müden Stimmen. Eine halbe Stunde später begann schließlich unsere erste Rederhetorik-Einheit, geleitet von Annette Lepschy und Thomas Griesbach. Hier knüpft der eigentliche Ausgangspunkt der Reise an: Annette Lepschy und Pater Thomas Griesbach schreiben gemeinsam ein Buch über Rederhetorik von Lehrenden für Lehrende. Ihre Idee war, im Rahen des Seminars in Fenigli, zusammen mit uns Studierenden, grundlegende Methoden und Ideen des Buches vorzustellen und mit uns weiter zu entwickeln. Für uns Studierende also eine großartige Möglichkeit, Wissenswertes für unsere berufliche Zukunft als Lehrende mitzunehmen und gleichzeitig an einem wissenschaftlichen Buch beteiligt zu sein. Fortan sollten wir also von Montag bis Samstag immer etwa 3 Stunden vormittags sowie nachmittags Grundlegendes zur Rederhetorik kennen lernen und natürlich auch selbst ausprobieren. Da rauchten uns auch mal die Köpfe!

Damit war es aber längst nicht getan. Dirk Prawdzik, Dozent an der Folkwang-Hochschule Essen, Margret Wübbolt und Se­bas­ti­an Fuchs, freiberuflicher Sprecherzieher und Rezitator, führten mit uns jeden Morgen und jeden Nachmittag Stimm- und Sprechübungen durch, bei denen so mancher an seine Grenzen kam. Außerdem stellte Sebastian Fuchs Dienstagabend sein großartiges Sprechkunstprogramm vor. Allein mit seiner Stimme und seiner Präsenz beeindruckte er uns, indem er beispielsweise das Wei­ter­schal­ten von Sender zu Sender im Radio mit der Stimme darstellte sowie Laute und akustische Darstellungsweisen für Satzzeichen erfand. So entstand ein äußerst amüsanter Auszug aus Goethes Werther, in dem deutlich wurde, wie ausdrucksstark Satzzeichen tatsächlich sein können (wie oft Goethe allein schon mit Ausrufezeichen gearbeitet hat …).

Ein E-Piano und eine mitgereiste Gitarre inspirierten uns zudem dazu, in der Kirche in wunderbarer Akustik zu improvisieren, Lieder zu spielen und gemeinsam zu singen. Im Grunde wurde es nie langweilig. Und wer noch mehr Bewegung brauchte, konnte an dem einen oder anderen Abend vor dem schönsten Sonnenuntergang unter Anleitung von Aylin Bergemann, einer Stuttgarter Studentin und Zumba-Trainerin, Zumba Fitness machen.

Um die Verpflegung mussten wir uns selbst kümmern, was wir dank Wolfgang Lepschy mit Bravour meisterten. Mit unserem aufopferungsvoll arbeitenden und immer für einen Spaß bereiten Küchenchef Wolfgang Lepschy organisierten wir gemeinsam unsere kulinarische Versorgung. Wer kocht wann mit wem? Wer spült wann und wie ab? Wer deckt den Tisch? Alles klappte wunderbar, als seien wir als Gruppe bereits seit Jahren zusammen.

Apropos: Ganz unbekannt waren wir uns übrigens nicht. Bereits seit 2 Jahren existiert eine Kooperation zwischen der Stuttgarter Hochschule für Darstellende Kunst und dem Centrum für Rhetorik der Universität Münster. Und die Kooperation soll weitergehen. Bald geht es für die Münsteraner nach Stuttgart. Und nächsten Sommer vielleicht gemeinsam ja auch wieder ins wunderbare Fenigli …?

Michael Holz, Münster

Hier geht's zum Video.
Zusammengestellt von Daniela Eschkotte.


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